DBA-Wortlaut

(1)   Die Doppelbesteuerung wird im Falle der Bundesrepublik Deutschland wie folgt vermieden:
a) War der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes oder der Schenker im Zeitpunkt der Schenkung in der Bundesrepublik Deutschland ansässig. so rechnet die Bundesrepublik Deutschland nach Maßgabe der Vorschriften des deutschen Rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer die Steuer an, die in Dänemark für das Vermögen gezahlt wird, das nach Artikel 25 Absätze 1 und 2 in Dänemark besteuert werden kann.
b) War der Erwerber im Zeitpunkt des Todes des Erblassers oder der Schenkung in der Bundesrepublik Deutschland ansässig, so kann die Bundesrepublik Deutschland das gesamte von dieser Person erworbene Vermögen besteuern und rechnet nach Maßgabe der Vorschriften des deutschen Rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer die Steuer an, die in Dänemark für alles Vermögen gezahlt wird, das nicht nach Artikel 25 Absätze 1 und 2 in der Bundesrepublik Deutschland besteuert werden kann.

(2)   Die Doppelbesteuerung wird im Falle Dänemarks wie folgt vermieden:
a) War der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes oder der Schenker im Zeitpunkt der Schenkung in Dänemark ansässig, so rechnet Dänemark nach Maßgabe der Vorschriften des dänischen Rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern auf die nach dänischem Recht festgesetzte Steuer die Steuer an, die in der Bundesrepublik Deutschland für das Vermögen gezahlt wird, das nach Artikel 25 Absätze 1 und 2 in der Bundesrepublik Deutschland besteuert werden kann.
b) War der Erwerber im Zeitpunkt des Todes des Erblassers oder der Schenkung in Dänemark ansässig, so kann Dänemark das gesamte von dieser Person erworbene Vermögen besteuern und rechnet nach Maßgabe der Vorschriften des dänischen Rechts über die Anrechnung ausländischer Steuern auf die nach dänischem Recht festgesetzte Steuer die Steuer an, die in der Bundesrepublik Deutschland für alles Vermögen gezahlt wird, das nicht nach Artikel 25 Absätze 1 und 2 in Dänemark besteuert werden kann.

(3)   Der nach den Absätzen 1 und 2 jeweils anzurechnende Betrag darf jedoch den Teil der vor der Anrechnung ermittelten deutschen beziehungsweise dänischen Steuern nicht übersteigen, der auf das Vermögen entfällt, für das die Anrechnung zu gewähren ist.

Kommentar

Absatz 1 gilt für in Deutschland ansässige Erblasser, Schenker oder Erwerber.

Nach Buchstabe a) ist Deutschland berechtigt, den gesamten Nachlass oder die gesamte Schenkung zu besteuern, falls der Erblasser oder der Schenker in Deutschland ansässig war. Falls ein Teil der Erbmasse oder der Schenkung jedoch aus unbeweglichem Vermögen in Dänemark stammt oder zu einem Unternehmen in Dänemark gehört, muss die deutsche Steuer um die in Dänemark für die genannten Vermögensteile gezahlten Abgaben herabgesetzt werden.

Verstirbt eine Person mit Wohnsitz in Deutschland und hinterlässt sie auch ein Haus in Dänemark, wird in Deutschland zunächst der gesamte Nachlass besteuert. Deutschland rechnet dann aber die Abgaben an, die nach Artikel 25 Abs. 1 für das Haus in Dänemark gezahlt wurden.

Nach Absatz 1 Buchstabe b) gilt, dass Deutschland auch das Recht hat, das gesamte Vermögen zu besteuern, das von einer in Deutschland ansässigen Person durch Erbschaft oder Schenkung erworben wurde. Dabei muss allerdings Deutschland die in Dänemark errechnete Steuer anrechnen, d.h. die Steuer für den Teil des Vermögens, für das Dänemark das Besteuerungsrecht hat.
(© Stefan Reinel)
Erbt eine Person mit Wohnsitz in Deutschland einen Nachlass, der grundsätzlich in Dänemark besteuert wird, weil der Erblasser seinen Wohnsitz in Dänemark hatte, kann Deutschland dennoch zunächst das gesamte Vermögen besteuern, muss aber die dänischen Steuern, die auf diese Erbschaft anfallen, auf die in Deutschland errechnete Steuer anrechnen.

Absatz 2 gilt für in Dänemark ansässige Schenker, Erblasser oder Erwerber.

Absatz 2 Buchstabe a) schreibt für den Fall, dass der Erblasser oder der Schenker in Dänemark ansässig war, vor, dass Dänemark die gesamte Erbmasse bzw. Schenkung besteuern kann. Falls ein Teil des Nachlasses oder der Schenkung aus in Deutschland belegenem unbeweglichen Vermögen stammt oder zu einem Unternehmen in Deutschland gehört, ist die dänische Abgabe um die für die genannten Vermögensgegenstände gezahlten deutschen Abgaben herabzusetzen.

Nach Absatz 2 Buchstabe b) gilt, dass Dänemark auch das Recht hat, das gesamte Vermögen zu besteuern, das von einer in Dänemark ansässigen Person erworben wird. Dabei muss allerdings Dänemark die in Deutschland zu zahlende Steuer anrechnen, d.h. die Steuer für den Teil des Vermögens, für das Deutschland das Besteuerungsrecht hat.

Nach Absatz 3 ist grundsätzlich die tatsächlich in dem anderen Land gezahlte Steuer anzurechnen. Dies ist Ausprägung der sogenannten Anrechnungsmethode. Der jeweils anzurechnende Betrag darf jedoch den Teil der im Land des Erblassers oder Schenkers ermittelten Steuern nicht übersteigen, der auf das Vermögen entfällt, für das die Anrechnung zu gewähren ist.